All inclusive? klingt verlockend, klingt nach kostenlosen
Hotelleistungen den ganzen Tag, nach Frühstück im Bett und Nächten an
der Pool-Bar ohne Aufpreis. Dieses Missverständnis ist keineswegs
ungewollt. Viele Urlauber verwechseln All inclusive mit Cluburlaub. Doch
dieser ist meist teurer und bietet weitaus mehr Leistungen. Im ursprünglichen
Sinn versteht die Reisebranche unter All inclusive nicht mehr als die im
Reisepreis inbegriffenen alkoholischen und nicht-alkoholischen Getränke.
Bisher gibt es keinen gesetzlich festgelegten Standard, weshalb ein
Veranstalter theoretisch ein Angebot unter der Rubrik -All inclusive-
vermarkten darf, wenn zusätzlich zum Essen eine Tasse Kamillentee und ein
trockener Keks serviert werden.
Worthülsen wie -Ultra- - und -Super-All-inclusive- suggerieren, hier sei
die ganze Welt umsonst. Urlauber sollten sich deshalb unbedingt vor der
Buchung über die Zusatzleistungen genau informieren. Seriöse Anbieter
machen im Katalog zwar Angaben zu ihren Leistungen, aber dennoch werden
diese oft gehörig missverstanden. Die wichtigste Regel: Die meisten
All-inclusive-Leistungen sind an eine bestimmte Tageszeit gebunden!
Wer sich für eine All-inclusive-Reise entscheidet, sollte auch über die
Schattenseiten des Trends nachdenken, die sich durchaus auch auf die
eigene Urlaubsqualität auswirken. Gerade die lokale Ökonomie der
Urlaubsziele leidet. Wenn Touristen ihre Hotels nicht mehr verlassen, weil
alle Dienstleistungen dort angeboten werden, bedeutet das für
Restaurants, Bars und Sportgeräteverleiher etc. das Aus. Denn wer lässt
sich schon im Taxi zum nächsten Fischlokal fahren, wenn im Hotel voll
gedeckte Tische ohne Extrakosten warten? Oder wer bucht einen Surfkurs mit
Leihbrett, wenn die Animateure der Anlage das Surf-Einmaleins ohne
Aufpreis vermitteln? Zwar schaffen die Hotelanlagen auch viele Arbeitsplätze,
aber oft kostet ein Arbeitsplatz in den perfekt durchrationalisierten
Hotels zwei in der bestehenden Infrastruktur. Auch der in vielen Urlaubsländern
lebenswichtige Nebenverdienst durch Trinkgeld fällt in
All-inclusive-Anlagen weg.
Eins ist allerdings sicher: Wenn Veranstalter und ihre Partnerhotels an
oft sehr günstigen Pauschalangeboten noch verdienen wollen, muss an etwas
anderem ganz kräftig gespart werden. Das fängt bei den ohnehin niedrigen
Gehältern an und hört bei Essen und Getränken auf. Wer also glaubt, im
zweiwöchigen Urlaub die Geldbörse nicht öffnen zu müssen, kann deshalb
böse Überraschungen erleben. All-inclusive-Angebote sind nicht überall
gleich und meistens sehr eingeschränkt. Worauf Urlauber achten müssen:
Disko
Eintritt und Getränke zur Hotel-Disko oder zum Nightclub sind nicht
unbedingt im Reisepreis enthalten.
Essen
Wird Voll- oder Halbpension angeboten? Es gibt viele
All-inclusive-Angebote, die nur zwei Mahlzeiten am Tag enthalten. Wie
sieht das Mittagessen aus? Handelt es sich dabei um einen Snack oder eine
echte Mahlzeit? Wenn zusätzlich noch Snacks außerhalb der Mahlzeiten
angeboten werden, sind diese meistens nur zu einer bestimmten Zeit erhältlich
und fallen oft nur sehr spärlich aus. Außerdem: Wie in jedem Hotel ist
das Essen immer an bestimmte Zeiten gebunden. Wer das Frühstück
verpasst, muss hungern bis zur nächsten Mahlzeit. Ferner: Gibt es
aufpreis- oder gar kostenpflichtige Restaurants in der Anlage oder sind
die Mahlzeiten auch dort umsonst?
Getränke
Hier kommt es zu den meisten Missverständnissen, denn viele erwarten ein
kostenloses Angebot der Hotelbar; und das ist so gut wie nie der Fall!
Meisten sind nationale bzw. lokale alkoholische und nicht-alkoholische
Getränke im Angebot enthalten. Wenn die Hotelbar überhaupt über
bevorzugte Getränke verfügt, dann müssen diese teuer bezahlt werden.
Denn umsonst gibt es nur, was im jeweiligen Land hergestellt wird; das heißt
in Griechenland Ouzo und Co. und in Spanien Sangria. Weinliebhaber zum
Beispiel müssen in Asien oder in der Karibik teuer für ein Viertel Weiß
oder Rot bezahlen! Ein kleiner Trost ist nur, dass es in den meisten Ländern
Bierbrauer und Cola-Abfüller gibt. Eine Auswahl unterschiedlicher Marken
ist jedoch nicht zu erwarten. Zu beachten ist auch, dass die Formulierung
?Wählen Sie aus der Inclusive-Karte? immer ein schmales Angebot freier
Drinks bedeutet. Außerdem sind die Zeiten, in denen Inklusiv-Getränke
angeboten werden, fast immer begrenzt auf 10 bis 22 Uhr. Wer danach Durst
hat, bezahlt! Nur selten gilt das Freigetränke-Angebot auch für die
Zimmer-Minibar.
Kinderbetreuung
Wenn Kinderbetreuung mit dabei ist, ist diese ebenfalls zeitlich begrenzt.
Meistens erfolgt sie nur tagsüber und stundenweise. Ist die Rede von
?mehrsprachiger Betreuung im Mini-Club? bedeutet das nicht ?Betreuung in
deutscher Sprache?.
Sport
Unter All inclusive werden in den Katalogen zunehmend auch Sportaktivitäten
offeriert. Aber auch dieses Angebot ist sehr eingeschränkt. Oft handelt
es sich nur um Tischtennis oder Darts. Wenn zum Beispiel Tennis inklusive
ist, heißt das noch lange nicht, dass man die Plätze zu jeder Zeit
benutzen kann. Die Angebote sind oft auf eine Stunde pro Tag oder einen
Tag pro Aufenthalt begrenzt. Wer Schläger und Bälle braucht, muss
ebenfalls zahlen. Werden viele Sportarten in der Hotelbeschreibung
aufgelistet, sind diese mit Sicherheit nicht alle im All-inclusive-Angebot
enthalten.
Strand
Sind Liegen und Badetücher im Preis eingeschlossen, und erhält man auch
dort kostenfreie Snacks und Getränke? Wenn nicht, bedeutet das eine Menge
Zusatzkosten, viel Lauferei und die bekannten Risiken von Bargeld am
Strand.
Ganz wichtig
Vergleichen Sie, lassen Sie sich nicht ködern! Manchmal ist der Aufpreis
teurer als das, was im All inclusive enthalten ist. Überlegen Sie auch,
ob Sie wirklich während Ihres Urlaubs nirgendwo sonst essen und trinken
wollen. Dann zahlen Sie nämlich doppelt. Wäre nicht eine Übernachtung
mit Frühstück oder Halbpension sinnvoller?
Hotels mit verschiedenen
"All Inclusive-Möglichkeiten"
Light
All Inclusive
Das
Light All Inclusive Programm basiert auf einer Vollpension inklusive Getränken,
die Getränke aus heimischer Produktion wie Spirituosen, Bier und Wein,
Softdrinks und Mineralwasser umfassen und zu bestimmten Tageszeiten im All
Inclusive Programm enthalten sind. Alle anderen Angebote und Services sind
vom jeweiligen Hotel abhängig und können kostenpflichtig sein.
Bronze
All Inclusive
Das
Bronze All Inclusive Programm umfasst Vollpension, heimische alkoholische
Getränke, antialkoholische Getränke und Snacks.
Silber
All Inclusive
Das
Silber All Inclusive Programm umfasst das gesamte Bronze Programm plus
Sport (Tennis und einige Wassersportarten – außer in Ägypten, wo
Wassersport von der Regierung verboten wurde, um die Korallenriffe zu schützen),
Drinks zwischen 10:30 und 23:00, sowie mindestens zwei Restaurants
(Hauptrestaurant und Snack Bar).
Gold
All Inclusive
Das
Gold All Inclusive Programm umfast das gesamte Silber Programm plus
mindestens drei Bars, drei Restaurants/Snack Bars, internationale,
importierte Getränke, Minibar auf dem Zimmer (wird regelmäßig aufgefüllt),
oder Getränke 24 Stunden am Tag.